Komündenb080318
Bei den Angaben zum BER zu Kapazität und Planung stimmt nichts.

Es geht jetzt um Sündenböcke, die der Aufsichtsrat für sein selbst verursachtes Planungs– und Bauelend und das kommende Verkehrschaos haftbar machen will.

Das im Rohbau befindliche Terminal T2 mit Standort in einer Senke und in der Nähe zum verpfuschten Hauptterminal wird als Wunderwaffe zur Lösung der Kapazitätsprobleme und der  Umsetzung der gewollten Schließung von Tegel (TXL) gepriesen. „Flughafenchef“ Lütke Daldrup (ELD; SPD) und sein Bauchredner Bretschneider (Vorsitzender des Aufsichtsrates; SPD) besabbeln mit Propaganda für diese Wunderwaffe Medien und naive Abgeordnete in den Parlamenten Berlin und Brandenburg. Sie werden bei dieser Sabbelei immer unterstützt und gedeckt vom Regierenden Bürgermeister Müller (SPD) und vom Ministerpräsidenten Woidke (SPD).

Alle Vier verfolgen mit dieser Sabbelei nur ein Ziel: Bis zu den Septemberwahlen in Brandenburg muss das Märchen aufrechterhalten werden, dass mit Inbetriebnahme des BER in 2020 und der Inbetriebnahme des T2  der Flughafen Tegel (TXL) geschlossen werden kann.

Vertuschung von Tatsachen und Fortsetzung des Elends heißt T2

Gutachter haben vorab ELD ins „Gebetbuch“ geschrieben: Er habe geplant ohne „belastbare Parameter. Bei Ausschreibung/Auftragsvergabe gab es keine „Kalkulationstiefe“. Es stand zudem nicht fest, wie viel Passagiere (Paxe) am Terminal abgefertigt werden sollen und, wie viel Sicherheitskontrollen dafür vorhanden sein müssten. Dem Planungspfusch folgte die ungeheure 100%ige Steigerung der Baukosten von 100 auf 200 Mio. €.
Nach bisheriger Planung dieses T2 steht fest: wieder ein zu teurer Bau, Ursprungsangabe 100 Mio. €, jetzt schon 200 Mio. € Baukosten. Anders formuliert: ELD bleibt auch beim Bau des T2 dem Grundsatz und der Praxis treu, ankündigen, täuschen - vertuschen. Tatsache ist jedoch: immer zu klein, immer zu teuer, immer zu spät, das ist die Wahrheit hinter der Sabbelei.

Gerne zitieren wir Dieter Faulenbach da Costa (Offenbach), der seit Jahren aussagt: „Der Masterplan mit dem T2 ist die Fortschreibung des bisherigen Planungselends am BER.“

Fehlende Baugenehmigungen am T2

Vor diesem Hintergrund der Kapazitätsdefizite wiegt der Baupfusch am BER,  zu dem der FBB Aufsichtsrat selber feststellt: Kabel und Brandmeldeanlagen im Terminal T 1 weiterhin nicht mängelfrei, noch schwerer. Das Bekenntnis des Chefs Lütke Daldrup ist keine Überraschung. Seit Jahren hört man die gleiche Feststellung, das Eingeständnis der nicht abnahmefähigen Brandschutzanlage, aber Sprinklersalat und Kabelsalat sind kein Problem. Ganz nebenbei werden weitere Fehlplanungen eingestanden, jetzt auch noch beim Industriebau Terminal T 2. 

Angeblich gibt es für den laufenden Hochbau zwischenzeitlich eine Baugenehmigung des Bauamtes Landkreises Dahme-Spreewald (Loge/SPD). Diese Baugenehmigung sagt aber nichts über offensichtlich noch ausstehende Genehmigungen für alle sicherheitsrelevanten Gewerke des Innenausbaus. Logisch muss für das fensterlose Terminal  Brandschutz, Belüftung und Klima genehmigt werden. Dazu der Nachweis, dass der Brandschutz  in allen Räumen, einschließlich Büros, den Sicherheitsvorschriften entspricht.

So wie überall am BER der Planungspfusch praktiziert wird, muss man sich darauf einstellen, dass bei diesem simplen Terminal T 2 bald das ELD–Bekenntnis kommt: Es gibt Probleme mit dem Termin der Inbetriebnahme von T 2 für 2020. Sein „immer dabei – nie da“ Aufsichtsratsvorsitzender Bretschneider (SPD) wird dann seine geübte Gebetsmühle weiter drehen: Wir schaffen das alles, weil wir noch Puffer haben. Wie bisher immer, glauben dann simple Gemüter in der Politik an solche Behauptungen und Dummverkaufereien.

Der Masterplan - ein Strick zum Aufhängen

Das Dilemma von ELD und seinen Protagonisten ist sein „Masterplan“, der für 2020 eine Passagiernachfrage von 37 Mio./Jahr angibt. Zur Bewältigung dieser Kapazität sollen im Hauptterminal T 1 21 Mio. Passagiere/Jahr, im Terminal „Schönefeld – Alt“ (SXF) 12 Mio./Jahr abgefertigt werden. 2020 gäbe es so ein Kapazitätsdefizit von 4 Mio./Jahr. Dieses Defizit, so wird weiß gemacht, könne durch den zu bauenden T 2 mit geplanten 6 Mio./Jahr Kapazität ausgeglichen werden. Was vertuscht wird, ist die Tatsache, dass sich bereits 2021 die Kapazität am SXF um  6 Mio./Jahr reduziert. Nach Masterplan und Vertragsanspruch des Bundes, wegen des Baus des endgültigen Regierungsterminals, können dann nicht mehr 12 Mio./Jahr in SXF abgefertigt werden, wie behauptet wird. Vielleicht kommt darum demnächst die Propagandaaussage, nach der man am T 2 anstatt 6 Mio. Passagiere/Jahr dann einfach 12 Mio. abfertigen würde um die Abfertigungsverluste vom SXF auffangen zu können. Service spielt eben am BER, dem modernsten Flughafen Europas (so die Propaganda) keine Rolle mehr.

Die Fakten

Die nach Plan am T2 stationierten  6 Flugzeuge können pro Flugzeug 300 000 Passagiere/Jahr transportieren. Schon diese Rechnung zeigt: abgefertigt werden können 1,8 Mio. Passagiere/Jahr und nicht wie von ELD behauptet 6 Mio.  Selbst wenn es gelingen sollte, am T2 8 Flugzeuge zu stationieren und abzufertigen,  betrüge die Kapazität nur 2,4 Mio./Jahr. Zur Realisierung der ELD Träume von einer T2 Kapazität für 6 Mio. Passagiere/Jahr müssten 20 und mehr Flugzeuge am T2 stationiert werden.

Wie dann T 2 fußläufig, z. B. von Flughafenbahnhof oder T 1, oder mit Pkw erreicht werden kann, wird sich noch zeigen. Nach heutiger Planung ist eine Lösung nicht erkennbar. Und was bei Starkregen mit dem Terminal in der Senke passiert, wird sich erst im konkreten Fall zeigen. 
  

Die im „ELD Masterplan“ für 2021 prognostizierte Nachfrage und das beschränkte Kapazitätsangebot sind sein Dilemma und die selbst herbei gequatschte Falle. Das 8 Mio. Kapazitätsdefizit macht verständlich, warum der Regierende Bürgermeister Müller (SPD) und Ministerpräsident Woidke (SPD) den Bund drängen, erpressen wollten, auf den Flächen von SXF, nicht - wie im Planfeststellungsbeschluss (2004) und vertraglichen Bindungen zwischen FBB und Bund festgeschrieben - den neuen Regierungsflughafen zu bauen. Die für das Chaos Verantwortlichen hatten wohl erkannt, dass sie nur so die SXF Kapazitäten retten könnten, um dann eine BER Kapazität von annähernd. 40 Mio. Passagiere/Jahr nachweisen zu können. Mit dem Scheinangebot des Einsparens von 344 Mio. € bei Verzicht auf Neubau und ewiger Nutzung des provisorischen Regierungsflughafens glaubten sie, bei Bundesfinanzminister Scholz (SPD) offene Ohren zu finden.

Über Dummheit, Dreistigkeit und „schwarzes Peter Spiel“

Müller und Woidke haben darum den dreisten Versuch unternommen, den Bund zu veranlassen auf den Neubau des Regierungsterminals zu verzichten. Ihr vermeintliches Erpressungspotential: Wenn der Regierungsflughafen wie geplant kommt, ist die BER Inbetriebnahme 2020 gefährdet. In diesem Fall hätte dann der Bund „den schwarzen Peter“ für die Nichtinbetriebnahme. Mit diesem Versuch sind sie krachend gescheitert. Wie dumm müssen Müller und Woidke sein, weil sie nicht erkannten, dass der Bund nur 6  von 13 notwendigen Flugzeugabstellplätzen zur Verfügung hätte, hätte er sich der Dreistigkeit gebeugt ? Was wollten sie dem Bund noch zumuten? Soll etwa die hin–und-her-Fliegerei der Regierungsflugzeuge zwischen Köln – Bonn und Berlin mit leeren Flugzeugen weiter gehen, weil durch Bauverzicht des Regierungsflughafens die Flugbereitschaft des Bundes weiter in Köln - Bonn stationiert bliebe? Dem Bund mit dem Hinweis zu kommen, er könne bei Neubauverzicht des Regierungsflughafens 344 Mio. € sparen ohne die unglaublichen Kosten der hin–und-her-Fliegerei und der Aufrechterhaltung eines zweiten Standortes gegenzurechnen, war dreiste Dummverkaufe. In der Konsequenz dieser Perspektive, des Verzichtes auf den Neubaus des Regierungsflughafens, müsste dann auch noch ein neuer Planfeststellungsbeschluss her.
2023 das Katastrophenjahr
Es kommt aber noch schlimmer: Laut Masterplan liegt die Kapazitätsnachfrage am BER 2023 bei über 39 Mio. Passagiere/Jahr. Zur Verfügung laut Masterplan stehen, nach Schließung von TXL folgende Kapazitäten zu diesem Zeitpunkt: T 1 mit 27 Mio.,  SXF mit 6 Mio. und T2 mit 6 Mio. (FBB), wären zusammen 39 Mio. Realistisch lautet aber die Rechnung: T 1 18 Mio., SXF 6 Mio., T 2 2 bis 3 Mio. Ergibt zusammen 26 Mio.  oder ein Defizit von 13 Mio. in 2023. Bei den realen jährlichen Passagierwachstumsraten ist diese Prognose auch noch eine „Luftnummer“.  Vor diese Tatsache des Kapazitätsdefizits gestellt, werden ELD und Protagonisten behaupten, macht nichts. Denn in TXL haben wir bewiesen, wie man Defizite durch Überlast bewältigt. Uns stört nicht der unerträgliche Serviceverlust, denn die Berliner und ihre Gäste haben keine andere Wahl, als sich mit der Opferrolle aus unserer Unfähigkeit abzufinden.

Das dicke Ende aller Opfer der SPD Filzokratie

Wer den BER 2020 ff in Betrieb haben will, produziert das größte Dauer–Verkehrschaos, das Berlin je erlebt hat. Die BER-Zufahrten B110/113 oder 96A  erzwingen Stauchaos auf allen Nebenstrecken. Das kommende Chaos, die bis 2025 ausbleibende Verbindung (Dresdener Bahn), ist veröffentlicht auf dieser Web seit 2015/16,  wird aber bisher weitestgehend ignoriert. Höhepunkt des Chaos wird dann die bis Ende der „Zwanziger“ gesperrte „Elsenbrücke“. Deren Sperrung kommt einem Fahrverbot für Ost-Berliner zum BER gleich.
 

Spätestens diese Tatsache wird ein politisches Erdbeben auslösen. Darum wird immer spannender, wie sich CDU, Grüne, AFD aus dem Filz von SPD und Linken befreien. 20 Jahre haben sie sich nach dem Prinzip „gleiche Brüder – gleiche Kappen“ im SPD Filz wohlgefühlt und versteckt. Jetzt müssen sie entscheiden, ob sie in diesem Filz mit ersticken wollen.


Redaktion NA


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KomFKlümkes040319

Zahnlose Tiger und Vertuscher – Bekenntnisse zum BER von ELD, Bretschneider und Fölster

Was vor dem Beteiligungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses (01.03.1019) das Licht des Tages erblickte, ist unglaublich. Der Vorsitzende des Ausschusses, Stroedter (SPD), verkündet nach Medienbericht (Tagesspiegel 02.03.2019) zu einer angesetzten Befragung der Firmen, die entscheidend für den Inbetriebnahmetermin 2020 sind: Sie werden vor dem Ausschuss am 14.03 2020 nicht erscheinen. Die Firmen „Bosch“ und „Caverion“ hätten mitgeteilt, dass sie sich der Vorladung verweigern. Diese Missachtung wird dann vom Vorsitzenden Stroedter bejammert.

Er verweist darauf, dass die Verweigerer zuständig sind für die Beseitigung auch selbst gemachten Pfuschs bei der Brandmeldeanlage und dem Lösch– Sprinklersystem. Sie verdienen sich seit Jahren an ihren Aufträgen doof und dusselig, bezahlt vom Steuerzahler. Der TÜV, zuständig für die Prüfung der Funktion dieser Anlagen, teilte als Gipfel der Parlamentsverarschung ebenfalls seine Weigerung zu Auskünften zum Stand der Pfuschbeseitigung mit. Denn, wie soll geprüft werden, was nicht fertig ist? Anstatt in die Rolle des zahnlosen Tigers zu schlüpfen, hätte Stroedter Entscheidungen herbeiführen müssen. Z. B. Lütke Daldrup, den Chaoschef, zwingen müssen, seine Vertragspartner vor den Ausschuss zu zitieren. Nächste Konsequenz: Entweder die Drückeberger erscheinen oder sie werden wegen Missachtung des Parlaments rausgeschmissen.

Ein Rausschmiss hätte für die Inbetriebnahme keine Folgen. Ob das Scheitern jetzt oder erst nach den Brandenburg-Wahlen (Sept. 2019) verkündet wird, ist egal, denn es wird so oder so nichts mehr mit dem BER.

Krampf gegen Verarsche

Stroedter und dem Ausschuss kamen Ahnungen. Die Weigerungen der Firmen nähren die Erkenntnis, dass an der BER Baustelle etwas nicht stimmen könnte. Die Chance für Inbetriebnahmetermin 2020 sei nur noch 50 zu 50, so darum seine Feststellung zum Desaster. Und Ahnungen, Annahmen, die Firmen hätten zur Unzeit – bereits vor den Landtagswahlen (Sept. 2019) in Brandenburg - offenbaren müssen, dass im Herbst die nächste Verschiebung zur Inbetriebnahme auf den St. Nimmerleinstag verkündet werden muss. Diese Offenbarung wollten Stroedter und Genossen der Brandenburger SPD und ihrem Woidke nicht antun. Darum blieb es beim zahnlosen Jammern.

Was bleibt?

Offensichtlich die Erkenntnis, dass das Geschwurbel von „Flughafenchef“ Lütke Daldrup (ELD, SPD) und seinem Lautsprecher, dem Aufsichtsrats-Vorsitzenden Bretschneider (SPD), auch Einfältigsten auf den Wecker geht. Seit Jahren kam in Quartalsfolge die Botschaft der BER sei zu 95% fertig. Die ausstehenden 5% würden die Inbetriebnahme nicht aufhalten. Es gäbe ausreichende Zeitpuffer, um das Chaos wegzuarbeiten, so die Gebetsmühle. Jetzt, nachdem diese Verdummungspropaganda nach sieben gescheiterten Inbetriebnahmeterminen nicht mehr zieht, werden für den Termin 2020 neue Behauptungen der Protagonisten verbreitet, die wieder nur Verschleierung ausdrücken.
Was heißt: „die Sachverständigen des TÜV und der FBB -Bauorganisation“ hätten sich „aufeinander zubewegt“.? Was bedeutet diese ELD–Aussage in Wirklichkeit? „Zubewegt“ sagt nichts, weil Angaben über Abstände auf dem Weg nicht konkret gemacht wurden. „Die Baufertigstellungsanzeige wird im Herbst 2019 erwartet“. Mit ungewisser Zeitangabe (Herbst) sollen Abgeordnete und Öffentlichkeit mit Ungewissheiten in Hoffnung gehalten werden. ELD „erwartet“, so wie die Dinge liegen, lange über den Herbst hinaus.

Weiteres Zitat ELD: „Auf der Fertigstellung der Brandmeldeanlage und dem Fortschritt bei den Kabelgewerken für die Sicherheitsstromversorgung und der Sicherheitsbeleuchtung liegt weiterhin das besondere Augenmerk der Bauorganisation. Zum prognostizierten Zeitpunkt des Abschlusses der Arbeiten in diesen Gewerken haben sich die Sachverständigen des TÜV und der FBB-Bauorganisation aufeinander zubewegt. Der Aufsichtsrat und die Bauleute der Flughafengesellschaft gehen unverändert von der Inbetriebnahme des BER im Oktober 2020 aus. Weitere Reserven sind vorhanden.“ Was heißt „Erwartung“ der Baufertigstellungsanzeige? Nichts! Erwarten kann und darf man viel, aber nichts Konkretes. Erwartung ist Hoffnung und Glaube. In jedem Fall eine unbestimmte Angabe. Die Fertigstellung der Brandmeldeanlage mache Fortschritte, so die nächste Verkündung des ELD. „Fortschritte“ auch an diesen Anlagen werden seit fünf Jahren verkündet. Jeder, der des Lesens und der Interpretation von Fortschritt mächtig ist, weiß, mit diesem Begriff wird das Ende des Ziels in Ferne gerückt. Dann geht es um „Augenmerk“ der Bauorganisation für die Sicherheitsstromversorgung und Sicherheitsbeleuchtung.

Was besagt Augenmerk?
ELD und Co. sehen hin, mehr nicht! Ob sie richtig sehen, darf vor dem Hintergrund ihrer Qualifikation ernsthaft bezweifelt werden. Hinsehen bedeutet dann auch nichts tun. Und dann noch: Man hat sich aufeinander „zubewegt“, auch hier wieder Gerede. Aufeinander zubewegen heißt im Klartext: Es gibt zum Problem keinen Gemeinsamen Lösungsansatz. Man muss nicht Diplomat sein, nur gesunden Menschenverstand anwenden, dann weiß man, hier wird mit Leerformeln die Wahrheit vertuscht. So geht das Geschwurbel weiter, Aufsichtsrat und Bauleute, die Flughafengesellschaft, gehen „
unverändert“ von der Inbetriebnahme des BER im Oktober 2020 aus. Wir halten, so die Interpretation, diese Behauptung aufrecht, weil sie das Einzige ist, was wir wirklich noch zu sagen haben. Weiter wird wie seit Jahren fortgesetzt behauptet: “Weitere Reserven (Zeitpuffer) sind vorhanden.“ Auch die Quatscherei von „Reserven“ ist Standardaussage seit Jahren, eine faule Ausrede. Sie ist so unglaubwürdig, wie alle solche Behauptungen und alle Faktenvertuschungen, die Abgeordneten, der Öffentlichkeit und Medien seit Jahren Sand in die Augen streuen.

Wir erinnern an dieser Stelle gern an die nicht enden wollende „Zielkurve“ des Regierenden Bürgermeisters zum „Terminband“ der seit 2014 verkündeten Eröffnung 2. Halbjahr 2017, die im Januar 2017 abrupt abstürzte.

Der Bauchredner

Höhepunkt von Faktenvertuschung sind dann jedes Mal Aussagen des „immer dabei, im Zweifel nie da“ Vorsitzenden des Aufsichtsrats Bretschneider (SPD). Zitat seine Schwurbelei nach der letzten Aufsichtsrats-Sitzung: „Auch wenn weiterhin nicht jeder Arbeitsschritt eine terminliche Punktlandung wird, kommen wir am BER gut voran. Wir schauen sehr engmaschig auf die Arbeiten am BER und sind sehr genau über den Stand der Fertigstellung in den einzelnen Gewerken informiert. Insofern hat uns die heutige Sitzung darin bestärkt, weiterhin am Eröffnungstermin Oktober 2020 festzuhalten.“ „Punktlandung“ nicht nötig, denn „wir kommen gut voran“. So und ähnlich sind die Sprüche des B seit Jahren bekannt. Jedes Desaster, jede Verschiebung der Inbetriebnahme, ist für B: Seidt ruhig, es wird schon alles gut. Immer ist er „bestärkt“, wenn es darum geht, als Diener seiner Auftraggeber die Öffentlichkeit besoffen zu quatschen.

Klassisch B noch: Auf der Fertigstellung der Brandmeldeanlage und dem Fortschritt bei den Kabelgewerken für die Sicherheitsstromversorgung und der Sicherheitsbeleuchtung liegt weiterhin „das besondere Augenmerk der Bauorganisation“. Es wird hin gesehen auf das selbstverschuldete Elend und Desaster, wäre Klartext. Zum prognostizierten Zeitpunkt des Abschlusses der Arbeiten in diesen Gewerken haben sich die Sachverständigen des TÜV und der FBB-Bauorganisation aufeinander zubewegt. Der Aufsichtsrat und die Bauleute der Flughafengesellschaft gehen unverändert von der Inbetriebnahme des BER im Oktober 2020 aus. Weitere Reserven sind vorhanden. Wieder bewegt sich etwas aufeinander zu, gibt es Reserven und darum steht der Oktober 2020 als Inbetriebnahmetermin „unverändert“ fest. Es ist so, als ob B solche Sprüche durch jahrelange stoische Wiederholungen schon auswendig gelernt hat.

Und dann das noch

Vorgeladen als „Zeugin“ der denkwürdigen Ausschusssitzung war auch noch die „Vorstandschefin Finanzen“ der FBB, Heike Fölster. Nach ihrer Bestellung (2013) im Amt stellte sie fest: Von Anfang an war „der Einfluss der Politik stark“. Im Unternehmen „habe es kein effektives Finanzwesen gegeben“. Es gab, so offenbarte sie weiter, „kein vernünftiges Baucontrolling, keine vernünftige Buchhaltung, kein Risikowarnsystem“. Als Gipfel der Offenbarung: „Tankquittungen (wurden) in Papierform eingereicht“…Im Vergleich zu Firmen, wo sie vorher tätig gewesen sei, habe man hier um Jahre zurückgelegen“.

Es ist nicht bekannt ob und wie Stroedter und seine Ausschussmitglieder auf diese ungeheuerlichen Offenbarungen der Fölster reagiert haben. Ihre Aussage heißt im Klartext: Bis ich kam, war die FBB eine „Klümkesbude“, ohne jede Kenntnis über den Zustand ihre Finanzen. Nach den Aussagen von Fölster stellt sich die Frage, wie die FBB bis 2013 an die Testate der Wirtschaftsprüfer gekommen ist, die seit über einem Jahrzehnt die Bilanzen geprüft haben. Haben diese Prüfer über Jahre die Augen zugedrückt, nicht gemerkt, was Fölster sofort erkannte. Oder hat Fölster zur Rettung ihrer „Ehre“ einen Bären aufgebunden, um Eindruck zu ihrer Qualifikation zu machen? Normal, angemessen, wäre nach diesen Behauptungen ein Rausschmiss von Fölster.

Dieser wird ausbleiben, weil sie wohl die Wahrheit mitgeteilt hat. Diese Wahrheit sagt über die Zustände, die Unternehmenskultur und die Qualifikation voriger "Finanzchefs" und den verantwortlichen "Flughafenchefs“ Schwarz, Mehdorn, Mühlenfeld, mehr als man glauben durfte. Keiner hatte "den Laden" im Griff.

Fazit

Wer diese Täuschungen und Unwahrheiten, die seit Jahren von der FBB und ihren Gesellschaftern verbreitet werden, nicht hinterfragt, einfach schön berichtete, sich der Kommentierung von „Geschwurbel“ vornehm entzieht, muss sich fragen lassen, ob er die Rolle eines BER Schutzpatrons eingenommen hat oder einnimmt. Die Stunde rückt näher, zu der auch Protagonisten in Print oder RBB die Kurve bekommen werden.
Wer zwischen den Zeilen liest, erkennt schon Absetzbewegungen. Vielleicht ist es eben doch richtig einzugestehen zur Rettung eigener Glaubwürdigkeit: weil jahrelang alles ignoriert oder in Schweigespiralen gesteckt wurde, muss nun die Wende kommen. Was mit Faktenwissen spätestens seit 2011 (z.B. Konzept „Zentralflughafen für Deutschland“… und 50 weiterer Kommentare auf
ber-na.de) als zwingende Problemlösung zum Abbruch des BER Desasters öffentlich war, bestätigt sich! Niemand in Medien kann darum sagen und behaupten, guter Glaube war der Anlass für kritiklose oder nicht recherchierte Berichterstattung. Sie werden Zeuge von Verzweiflungstaten durch ELD und die Politik, die bewusst auf den Leim kriechen wollte und gekrochen ist.

Ab Herbst 2019 werden sie Zeuge, wie irgendwie der Versuch gestartet wird, TXL zu schließen, SXF gegen bestehendes Recht weiter zu betreiben und Rudimente des BER in Betrieb zu nehmen. Sie werden Zeuge, wie Bürgerinitiativen, „Neue Aktion“ und Experten, die alle seit langem gewarnt haben, bestätigt werden von der sich durchsetzenden Wahrheit.

Redaktion NA