Mehrkosten?

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat im Schallschutzstreit um den BER zugunsten der Schwerstbetroffenen entschieden. Das konnte man hoffen und erwarten, sicher war es indes nicht. Jetzt sieht es so aus, dass wenigstens die am schwersten betroffenen Anwohner den Schallschutz erhalten, der planfestgestellt wurde, nämlich den, der NULL Überschreitungen der 55 Dezibelschwelle in Innenräumen festschreibt. Ob das bauseits erreichbar sein wird, ist eine spannende Frage. Ich glaube in vielen Fällen wird das aufgrund der Bausubstanz nicht erreichbar sein.

Keine Frage ist, dass das Gericht die versuchte Verbiegung der Mathematik nicht zugelassen hat. Da wurde versucht zu tricksen was das Zeug hält, um die Anwohner um den besten Schallschutz zu betrügen und damit ca. 300 Millionen zu sparen - auf Kosten der Anwohner.

Die Berichterstattung zum Urteil in den Medien ärgert mich allerdings maßlos. Hier wird der Terminus der FBB - das es sich um "Mehrkosten" handelt ohne Kritik übernommen und der Öffentlichkeit vorgegaukelt, dass ein paar Anwohner , sozusagen aus egoistischen Gründen, die Kosten am BER in die Höhe treiben.

Das ist völlig falsch und ich rufe dazu auf, die Medien wegen dieser kritiklosen Falschdarstellung mit Protestbriefen zu überziehen.

Richtig ist, dass der Betrag für den besten Schallschutz ( NULL Überschreitungen ) von Anfang an in der Finanzplanung des BER zu berücksichtigen war. Die Planfeststellung ist da sehr eindeutig. Das von Seiten der FBB und des AR im Nachgang versucht wurde, genau an dieser, selbst gemachten Kostenschraube zu drehen und zwar zum Schaden der Anwohner, ist schlicht Betrug an den Betroffenen und schändlich. Wie dreist von Seiten der FBB vorgegangen wurde ist schon daran zu erkennen, dass der bereits verbaute Schallschutz die Norm der vorgegeben Null einfach ignorierte und Billigschallschutz eingebaut wurde, völliger Mist, den man nun wieder rausreißen muss und damit doppelt Schaden verursacht. (Wer haftet eigentlich für diese bewusst herbeigeführten Mehrkosten - hier stimmt der Terminus wirklich? )

Fazit: Obwohl man ganz genau wußte, dass der nötige Schallschutz 600 Millionen kosten kann, rechnete man diese Zahl durch eigenmächtige Auslegung der Zahl 0, aus der wundersamerrweise "weniger als 0,5" wurde, wenn es um die Überschreitung der Dezibelschwelle in der Planfeststellung ging, runter. Im Ergebnis "sparte" man dann nahezu 300 Millionen. Dieser Betrug wurde nun vom Gericht kassiert.- - ohne Revisionsmöglichkeit.

Festzustellen ist, dass es sich mitnichten um Mehrkosten für den Schallschutz handelt, sondern nur um die Kosten die ohnehin von Anfang an bekannt und nötig waren um die Folgen des falschen Standortes für den BER im Schallschutz abzufedern. Berichtet wird fälschlicherweise in allen Medien von "Mehrkosten".

Das ist typisch um die Schuld der aus dem Ruder gelaufenen Kosten, zumindest teilweise, den "paar Klägern" an die Backe zu kleben, die einfach nicht einsehen wollen was für ein großartiger, fantastischer, wirtschaftlich erfolgreicher, unvergleichlicher, arbeitsplatzschaffender, weltoffener Flughafen da vor ihrer Tür gebaut wird. Die paar Krankheiten, Todesfälle, Lernbehinderungen, Krankenkostenfördernderen , Umweltverpestungen, die der BER bringen wird, muss man für den Denkmalswahnsinn der Politiker doch mal in Kauf nehmen, oder?

Der Standort Schönefeld für einen Großflughafen war falsch, ist falsch und wird falsch bleiben - die Neuplanung wird kommen müssen - auch das ist keine Frage.



Der Versuch eines Vergleiches

Es ist schon kurios. Da wird der "Bayernkönig" , der Hoeneß Ulli wohl über Hehlerware ( CD ) erwischt, dass er ein paar Milliönchen EUR an Steuern nicht gezahlt hat. Er fühlte sich genötigt zur Selbstanzeige. Die Medien spielen verrückt, manch einer vermutet ein "Versehen" das geht dann in der Meinung und den Talkshows von der Verniedlichung eines "Fehlers" bis zur kriminellen Energie. Für kriminelle Energie spricht schon die Tatsache das er nur auf Kaution frei ist.
Fazit ist der Gutmensch Ulli H. hat sich strafbar gemacht, weil er Geld, was dem Staat lt. Steuergesetzgebung zusteht, in die Schweiz verbracht hat. Soweit , so gut.

Andererseits regt es kaum die Medien auf, wenn unfähige Politiker Milliarden in den Sand setzen, weil sie entweder schlicht zu blöd sind den Job den sie haben auch zu machen, oder mit nicht weniger krimineller Energie in Kauf nehmen, das durch ganz bewußte Fehlentscheidungen das Geld der Steuerzahler verbrannt wird. Wenn das Geld nicht reicht, nimmt man eben Kredite zu völlig unrealen Zinsen, die wieder der Steuerzahler blechen muss.

In beiden Fällen ist das Ergebnis gleich - die Kohle ist weg und der normale Bürger hat das Nachsehen. In dem ersten Fall fehlt das Geld für sozial notwendige Einrichtungen wie Kinderärten, Schulen , etc. , bzw um die Löcher in den Straßen auch nur annähernd nachhaltig zu flicken.

Im zweiten Fall wird vorhandenes Geld durch Unfähigkeit, Blödheit und politischen Starrsinn zum Fenster rausgeworfen und fehlt dann natürlich für die gleichen notwendigen Projekte wie im Fall 1.

Der Unterschied ist nur: auf der einen Seite des Zauns drohen Gefängnisstrafen , auf der anderen Seite - --nichts! Selbst wenn mal ein Rücktritt erfolgt, findet man die Versager dann im Kopf irgendwelcher Stiftungen oder sie "beraten" die Industrie und und und. Auf jeden Fall fallen sie weich, sehr weich. Und das, obwohl in beiden Fällen das Ergebnis gleich ist - es wurden dem Staat und damit den Bürgern Gelder entzogen, die dringend benötigt werden um die Zukunft der Kinder zu sichern und auf Straßen zu fahren, die nicht aussehen wie nach einem Bombenangriff.


Seltsamerweise hört man im Fall 2 von Gefängnisstrafen oder irgendwelchen Haftungen nichts, nicht mal von Strafen überhaupt. dafür wird im Fall 2 ständig von Verantwortung geschwafelt, obwohl die meisten der Akteure genau die ablehnen, wenn sie dann auch übernommen werden soll.

Kurios - nicht wahr?



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Der Pate

Wie ein biederer Beamter kommt er daher und das auch noch in einem schlecht sitzenden Anzug.
Rainer Bretschneider kann seine Nervosität nicht ganz verbergen, ständig wippt sein linkes Bein, es ist ihm nicht wohl in seiner Haut, obwohl er anfangs der Anhörung beteuert, sich auf das Gespräch mit den Mitgliedern des Untersuchungsausschusses zum BER zu freuen.

Hin und wieder ist ihm offenbar die Freude vergangen, dann bei wirklich relevanten Fragen war seine Erinnerung stark getrübt - 10 Jahre, das müsse man verstehen, da hat man nicht mehr alles parat, zudem hat er sich auch nicht besonders vorbereitet auf das Gespräch - neben der vielen Arbeit ginge das gar nicht. Die Kenner der BER-Szene, die sich als Zuschauer im Raum befanden, brachen ein ums andere Mal in Gelächter aus, wenn Bretschneider mal wieder betonte, wie "sauber" seine damalige Behörde gearbeitet hat und wie schlecht die Arbeit der FBB gewesen sei. Fazit Bretschneider: Wir waren toll, haben zwar Fehler gemacht, aber juristisch waren wir toll, nur die FBB war lahm, hatte nicht richtig zugearbeitet und überhaupt: wir sind nicht Schuld, wir waren immer für die Bürger, bla, bla, bla. Er könne die Betroffenen verstehen - aber juristisch…. was soll man machen.

Neben den teilweise lächerlichen Begründungen waren auch handfeste Lügen dabei, die den Kennern im Saal sofort aufgefallen sind. Wir werden die Anhörung in einem gesonderten Kommentar noch aufarbeiten.
Bretschneider wußte, dass nach ihm noch Joachim Leyerle kommen sollte - seinerzeit Leiter der Anhörungsbehörde und von Bretschneider geschasst, als er nicht "rund lief".

Die Aussage von Leyerle offenbarte dann, wie berechtigt der Titel dieser Blogeintragung ist. Leyerles unter Eid gemachte Aussagen bestätigten, was die Zuhörer im Raum bereits als Lügen Bretschneiders ausgemacht hatten - und es kam noch heftiger.

Bretschneider hat persönlich Druck auf den Leiter einer Behörde, in diesem Fall Leyerle, ausgeübt, bestimmte Sachverhalte im Sinne der vorliegenden, lückenhaften Planfeststellung zu entscheiden  - oder anders ausgedrückt: Spiel mit oder Du bist raus. Das wurde sogar ganz offen von Bretschneider Leyerle gegenüber ausgedrückt, und zwar mit den Worten: Eine weitere Karriere wird es nur gegen eine "Gegenleistung" geben. Frei nach dem Motto: ich mache Dir ein Angebot, was Du nicht ablehnen solltest. (der Pate, frei zitiert)
Leyerle spielte nicht mit und hatte danach einen Karriereknick hinzunehmen. Ein Rechtsstreit Leyerles gegen das MIL ist anhängig.

Einzig die Vertreter der CDU versuchten verzweifelt, den Tatbestand als nicht nachweisbar hinzustellen. Bei dem offensichtlichen Zusammenhang von Leyerles Karriereknick und den Äußerungen Bretschneiders ein eher peinlicher Auftritt, der im Saal für Entrüstung sorgte.

Die Aufarbeitung für den Kommentar dauert sicher noch etwas, aber die Piratenfraktion hat bereits einen sehr schöne Zusammenfassung ins Netz gestellt.

Hier ist sie:
https://www.piratenfraktion-berlin.de/2013/04/19/pm-piraten-im-berliner-abgeordnetenhaus-zeugenbefragung-im-ber-untersuchungsausschuss-offenbart-katastrophale-zustande-in-brandenburger-planfeststellungsbehorde-martin-delius/

Das System Mehdorn

Der Hauptbahnhof wurde vor 7 Jahren pünktlich, wie Mehdorn immer betont, eröffnet. Mehdorn hatte seinerzeit diverse Streichungen am Architektenplan durchgesetzt um die Termine zu halten.
Nun wird offenbar, dass wohl nicht nur an den Plänen gepfuscht wurde, sondern auch am Material. jedes Mittel war Mehdorn offenbar recht den Bahnhof termingerecht zu eröffnen - ohne Rücksicht auf die Sicherheit ( herunterfallende Fassadenelemente ) oder den Folgekosten für den Pfusch, jetzt 7 Jahre später. Die Firmen haben wohl nur darauf geachtet, das die 5 Jahre Gewährleistung eingehalten werden - dann kann da zusammenbrechen was will - über die Reparaturkosten wird man schon wieder reinholen, was damals gestrichen wurde.

Es ist zu befürchten, das genau dieses System am BER wiederholt wird. Unter dem schönen Namen "Sprint" wird er versuchen mit den gleichen Methoden Zeit ( und zunächst Geld) zu sparen. Nach einiger Zeit wird am BER das Gleiche offenbar werden wie am Hauptbahnhof.
Fazit: Wer auf diese Weise "sparen" will zahlt doppelt. Wenn es soweit ist, wird Mehdorn längst nicht mehr im Amt sein - den Schaden werden die Steuerzahler tragen müssen.

Das ist das System Mehdorn.

http://www.morgenpost.de/berlin/article115345497/Berliner-Stadtbahn-muss-fuer-drei-Monate-voll-gesperrt-werden.html
16.04.13

Sanierung
Berliner Stadtbahn muss für drei Monate voll gesperrt werden
Der Berliner Hauptbahnhof ist erst sieben Jahre alt. Dennoch sind wichtige Brücken-Konstruktionen marode. Schrauben lockern sich oder werden abgesprengt. Für die Sanierung wird die Stadtbahn gesperrt.
Von Thomas Fülling
Foto: dpa
Gleise-im-Hauptbahnhof-2015-drei-Monate-gesperrt
Auch der Hauptbahnhof ist von der Sperrung der Stadtbahn betroffen

Mit großem Jubel ist im Mai 2006 der Berliner Hauptbahnhof eröffnet worden. Der neue Bahnknoten war rechtzeitig zur Fußball-Weltmeisterschaft fertig geworden, wie alle Beteiligten damals lobten. Doch der vom damaligen Bahn-Chef Hartmut Mehdorn verordnete Zeitdruck bei der Fertigstellung hatte jedoch offenbar seinen Preis. Nicht einmal zehn Jahre nach Eröffnung des 1,3 Milliarden Euro teuren Bauwerks müssen bereits Teile der Brückenkonstruktionen am Bahnhof saniert werden. Mit gravierenden Folgen für die Fahrgäste: Denn für mindestens 86 Tage werden 2015 die Stadtbahngleise für den Fern- und Regionalverkehr voll gesperrt.
Für voraussichtlich weitere zwei Monate muss anschließend auch noch der Zugverkehr der Berliner S-Bahn zwischen Hauptbahnhof und dem Bahnhof Friedrichstraße unterbrochen werden. Reisende müssen sich auf zeitraubende Umleitungen einstellen, kündigte die Bahn an.
Als Schwachpunkt am neuen Hauptbahnhof haben sich die Übergänge an den Gleisbrücken erwiesen. Bereits 2007 hatten Bahn-Mitarbeiter festgestellt, dass sich unter der Last der darüber fahrenden Züge an den Verbindungen Schrauben gelockert hatten oder gar abgesprengt wurden. Weil die Stadtbahntrasse zwischen Hauptbahnhof und Friedrichstraße besonders enge Kurvenradien aufweist, wirken an den Übergängen sehr hohe Kräfte. Diesen Belastungen halten die Schraubverbindungen nur unzureichend stand.

Die Züge müssen langsam fahren

Zunächst versuchte die Bahn die schadhaften Schrauben auszutauschen. 2011 folgte der komplette Austausch der Schienen und eine Instandsetzung der Konstruktionen, was jedoch nicht den gewünschten Erfolg brachte. Daraufhin verhängte die Bahn ein Tempo-Limit: Seit Monaten dürfen die Züge nur noch mit 40 statt mit 60 Stundenkilometern über diesen Stadtbahn-Abschnitt fahren, was wiederholt zu Staus vor dem Bahnhof Friedrichstraße führte.
Akute Gefahren für die Sicherheit der Reisende gebe es nicht, betonten die Verantwortlichen der Bahntochter DB Netz. Die Schrauben würden monatlich kontrolliert. Um die Probleme dauerhaft zu lösen, sei jedoch ein Ersatz von 37 sogenannter Fahrbahnübergänge durch Neukonstruktionen unvermeidlich, heißt es. Ein Pilotprojekt dafür soll es bereits 2014 geben, die eigentliche Austausch von August bis November 2015 geplant. Die dreimonatige Vollsperrung sei notwendig, weil die Enge der Gleise ein Arbeiten bei gleichzeitigem Zugverkehr nicht erlaubt.
Zudem muss auch die sogenannte feste Fahrbahn, auf der Gleise nicht auf Schotter verlegt, sondern auf Betonplatten fest verschraubt sind, erst herausgerissen und dann erneuert werden. Die notwendigen Aushärtezeiten für den Spezialbeton würden die Länge der Bauarbeiten bedingen, so ein Vertreter von DB Netz. Voraussichtlich 2016 sollen die Gleise dann für die S-Bahn gesperrt werden, für mindestens 60 Tage.

Fahrgastverband Igeb ist "erschüttert"

Der Berliner Fahrgastverband Igeb reagierte wenig erfreute auf die angekündigte Vollsperrungen des Bahnverkehrs in der Innenstadt. "Ich bin erschüttert über die Qualität deutscher Wertarbeit", sagte Igeb-Sprecher Jens Wieseke. Hier würde sich der Zeitdruck bei der Fertigstellung des Hauptbahnhofs rächen. "Bei solch wichtigen Projekten muss Qualität vor Schnelligkeit gehen", sagte Wieseke mit Blick auf das aktuelle Infrastruktur-Großprojekt in Berlin, den Hauptstadtflughafen BER. Mehdorn, der seit Kurzem Chef der Berliner Flughafengesellschaft ist, hatte für den BER gerade ein Beschleunigungsprogramm mit Namen Sprint aufgelegt, mit dessen Hilfe die Arbeiten zügiger vorangehen sollen.

"Der täglichen Dauerbelastung nicht gewachsen"

Um die Eröffnung des Hauptbahnhofs vor der Fußball-WM zu sichern, hatte Mehdorn als damaliger Bahn-Chef direkt in die Arbeiten eingegriffen und unter anderem das Hallendach verkürzen lassen.
Den Vorwurf, dass es durch Zeitdruck zu "Baupfusch" bei den Brücken-Verbindungen gekommen sei, wies die Bahn indes zurück. "Die Konstruktion ist damals ordnungsgemäß abgenommen worden. Allerdings hat sich gezeigt, dass die der täglichen Dauerbelastung nicht gewachsen ist", sagte ein Bahnsprecher.
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Es gibt sie noch

Politikverdrossenheit kommt nicht von ungefähr. Wenig glaubhaft, nicht authentisch, fraktionshörig, nur auf den eigenen Vorteil bedacht, wenig volksnah - diese Liste könnte endlos fortgesetzt werden. All diese Schlagwörter beschreiben die Gründe, warum Politiker für die "kleinen Leute" nicht mehr wählbar sind und warum die größte "Wählergruppe" die Nichtwähler sind.
Wenn dann, speziell bei den großen Parteien, Politiker bereit sind, sich den Fragen, Kritiken und Wünschen der Bevölkerung zu stellen, ist man zunächst skeptisch. Lernt man diesen Politiker - in diesem Fall eine Politikerin - etwas näher kennen und stellt fest "die meint es ja wirklich so wie sie es sagt" und kommt dabei auch authentisch  rüber - dann schießt einem der Satz durch den Kopf, der den Titel dieser Blogmeldung bildet --
es gibt sie noch, die Politiker die sich auf die eigentlichen Aufgaben ihrer Zunft besinnen - für das Volk - nicht dagegen und schon gar nicht 'nur für mich'.

Das erleichtert irgendwie und gibt ein Stück Hoffnung zurück, die längst verloren war.

Am Dienstag (16.4.13) haben wir so ein seltenes Exemplar der Politikerriege bei einer Veranstaltung der "Neuen Aktion" auf Schloß Diedersdorf begrüßen können und etwa 2 Stunden zu den Fragen rund um den BER auch Antworten bekommen - sogar ehrliche, aus unserer Sicht wirklich glaubhaft vorgetragen.


Frau Dr. Saskia Ludwig - Mitglied des Landtages Brandenburg -  CDU Fraktion Brandenburg, selbst mit leidvollen Erfahrungen geprägt, was passiert, wenn man versucht, gegen den Strich zu bürsten, gab uns Einblick in die Situation aus Sicht ihrer Fraktion und stellte sich dann den Fragen der Anwesenden. 
Die Antworten kamen ehrlich, ohne rethorische Trickserei, also schnörkellos und authentisch  - es gibt sie eben doch noch. Besonders gut kam an, dass die fortdauernden Aktionen der Bürgerinitiativen Wirkung hinterlassen haben und auch die Standortfrage längst thematisiert ist - die beginnende Demontage des Single-Airport-Konzeptes ist der Beginn. Das Nachnutzungskonzept von Ferdi Breidbach ist die Matrix.
Saskia Ludwig ermunterte uns, die Kommunikation zu verbreitern, lauter zu werden und nicht nachzulassen. Das hatten wir auch nicht vor, aber gut zu hören, dass genau dies der Weg zum Erfolg ist. 

Wichtigste Erkenntnis des Abends: Wir sind auf dem richtigen Weg - der Standort ist das Problem und längst auch von denen erkannt, die nicht zu den authentischen Politikern gehören. Das lässt hoffen, dass die Zwänge zur Wahrheit und der "Druck im Kessel" größer werden und endlich die Standortfrage Thema Nr. 1 wird - übrigens auch bei den Bis, die das Thema noch als Randthema behandeln oder sogar gar nicht auf der Liste haben.

Wir von der "Neuen Aktion" sind immer auf der Suche nach den Politikern, die, wie Frau Dr. Ludwig, zu denen gehören, denen man abnimmt, was sie sagen und denen man zutraut sich zu kümmern.
Wir können jetzt schon sagen - es gibt auch in anderen Fraktionen solche Leute - demnächst werden wir an gleicher Stelle ( Schloß Diedersdorf ) einen weiteren interessanten Gast begrüßen, der in diese Kategorie gehört - diesmal aus Berlin.

Wir berichten an dieser Stelle.

Werner Gerhardt
für " Neue Aktion "

Teil 2

Freundlicherweise hat uns die Tageszeitung "Junge Welt" mit der
Veröffentlichung des folgenden Artikels die Arbeit für Teil 2 weitgehend abgenommen.

Einzig der Hinweis auf Gerkan sei mir noch erlaubt. Er kommt ja nun definitiv (?) nicht wieder an seine alte Wirkungsstätte zurück. Der Grund dürfte nicht so sehr das Honorar für sein Büro sein, sondern vielmehr die rechtliche Situation der Klage gegen ihn und sein Büro.. "Verzichtet" die FBB auf die Schadensersatzsumme von 80 Millionen, die Klagegegenstand ist, dann hat die FBB und der AR sehr schnell eine Klage wegen Untreue am Hals, die der leichtfertige Verzicht auf die 80 Millionen nach sich ziehen könnte.
Da hat man dann eben den Zauberwürfel geworfen und sich für die vermeintlich einfachere Lösung entschieden noch weitere "externe Fachleute" zu holen die den BER vorantreiben sollen.
Mehdorn versprüht derweil fast sowas wie gute Laune und macht auf positiv, weil der BER ja "schon so weit ist"

Das der BER fast fertig ist hatten wir schon von Wowereit vernommen, bei den kritischen Fragen zur Absage der Eröffnung. Was von diesen Aussagen zu halten ist, wissen wir inzwischen.
Ist eben alles relativ - wie war das: 3 Haare in der Suppe sind relativ viel, drei auf dem Kopf relativ wenig - es kommt eben auf den Sichtwinkel an, gell.
Für Mehdorn ist es auch möglich, dass der BER noch "einige Jahre" in der jetzigen ( zu kleinen ) Variante ausreicht um das Flugaufkommen abzuwickeln, es ist aber relaltiv wahrscheinlich, dass er damit schief liegt.

Hier nun der Artikel der "Jungen Welt"

13.04.2013 / Inland / Seite 4Inhalt
Feindbild »Wutbürger«
Aktivisten von Bürgerinitiativen veröffentlichen interne Präsentation der Berliner Flughafengesellschaft zu PR-Problemen in der Krise um den Hauptstadtairport
Von Clemens Berg
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Protest gegen den BER (hier im Januar): Aus Sicht der Flughafengesellschaft das Werk von »radikalen Egoisten«
Foto: Patrick Pleul/dpa
Die Lawine rollt zu Tal« – unter dieser Überschrift ist in einer Powerpoint-Präsentation eine illustre Sammlung von Schlagzeilen verschiedener Zeitungen aufgeführt. Die entsprechenden Beiträge befassen sich mit dem Skandal um den Hauptstadtairport BER. Das 45seitige Dokument trägt den Titel »Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt – Über die Grenzen der Kommunikation« und befaßt sich vor allem mit dem medialen Erscheinungsbild, das diese GmbH und ihr Projekt BER in den letzten Monaten abgegeben haben. Datiert ist es vom 28. Februar, Verfasser ist Ralf Kunkel, Pressesprecher der Flughafengesellschaft – und es war eigentlich nur für den internen Gebrauch bestimmt. Veröffentlicht wurde es jetzt von der »Neuen Aktion«, einer Gruppe von Verantwortlichen verschiedener Bürgerinitiativen, die sich kritisch mit dem Bau auseinandersetzen. Die Präsentation gewährt nicht nur einen Einblick in die Krisenkommunikation innerhalb der Flughafengesellschaft, sondern wirft auch ein Schlaglicht auf die Haltung der Verantwortlichen für das BER-Desaster zu ihren Kritikern.

So gesehen ist die Veröffentlichung durch Flughafengegner ein weiterer in einer langen Reihe von PR-Unfällen im Zusammenhang mit dem Projekt. Laut Präsentation hat die Pressestelle seit 2010 immer häufiger mit »Krisen und Notfällen« zu tun. Zum Beispiel ab September 2010 mit der Bekanntgabe der vorgesehenen An- und Abflugrouten durch die Deutsche Flugsicherung, die von den im Planfeststellungsbeschluß von 2004 verzeichneten abweichen. Der Beschluß beruhte auf einer »Grobplanung« und sah geradlinige Routen vor. Doch die 2010 bekanntgewordenen knicken ab und betreffen andere Überfluggebiete, so daß sich die dortigen Anwohner entsprechend hinters Licht geführt fühlten.

Doch vor allem mit der »Kommunikation« immer neuer Verschiebungen der BER-Inbetriebnahme hatte die PR-Abteilung der Flughafengesellschaft zu kämpfen – und mit der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts zu Nachtflügen im Jahr 2011. Es hatte eine Klage von Anwohnern zurückgewiesen und Nachtflüge in einem gewissen Rahmen zugelassen. Der Anteil der »Krisen und Notfälle« an der Pressearbeit lag laut Präsentation 2010 bei etwa 45 Prozent, 2011 bei 30 und 2012 schon bei rund 70 Prozent.

BER-Kritiker bekommen von Ralf Kunkel den Stempel »Populisten und Experten« verpaßt, die Politik erscheint ihm »wankelmütig«. Was der gelernte PR-Berater an Maßnahmen vorschlägt, ist allerdings recht dünn: Man möge sich »auf die wesentlichen Themen und Journalisten« konzentrieren und durch das Engagieren einer PR-Agentur einen »unverfälschten Blick von außen« etablieren. Vor-Ort-Pressetermine sollten künftig nur noch restriktiv und anlaßbezogen stattfinden. Eher hilflos wirkt die Ankündigung Kunkels, von nun an »klare Kante zeigen« zu wollen und »Gerüchten, Regelverletzungen und Falschmeldungen« mit Gegendarstellungen bis hin zu Unterlassungsverfügungen entgegenzutreten. Sein etwas resigniertes Resümee: »Der Airport ist vollständig politisiert und aufgrund seiner Größe viel zu präsent, um in der Krise nicht dauernd von allen möglichen Seiten attackiert zu werden.«

Kunkel rechnet zu den vermeintlichen Angreifern jedoch hauptsächlich die Parlamente von Berlin, Brandenburg und Bund – also jene Akteure, von denen die kriselnde Flughafengesellschaft immer weitere Steuermillionen haben möchte. Schließlich gehört sie zu jeweils 37 Prozent den Ländern Berlin und Brandenburg, der Bund ist mit 26 Prozent beteiligt.

Die »Grenzen der Kommunikation« werden nach Kunkels Ansicht vor allem dann erreicht, wenn der gemeine Bürger ins Spiel kommt: »Die Vernunft der Mehrheit gegen den Eigensinn des radikalen Egoisten: Selbst nach allen demokratischen Regeln abgewogene Themen wie z.B. Flüge in den Randzeiten greift der Wutbürger eigennützig an.« Seinen »Wortführern« gehe es lediglich um »Beschaulichkeit in Vororten, nicht mehr um Demokratie und Bürgerbeteiligung«. Die Kritiker von jahrelang entwickelten Großprojekten hätten ohnehin keine Ahnung. Wie lange Kunkel sich noch über kritische Nachfragen von Bürgern und Parlamentariern ärgern muß, ist nicht abzusehen. Medienberichten zufolge sollen sich die Ausgaben für das Projekt in Höhe von 4,3 Milliarden Euro erneut um zunächst 150 Millionen Euro erhöhen. Jeder Monat ohne Flugbetrieb koste die Flughafengesellschaft zudem 15 Millionen Euro. Die Gesamtsumme wollen die Verantwortlichen erst nennen, wenn ein Eröffnungstermin festgelegt wurde. Wann dies passiert, ist nach wie vor ungewiß.
  • nicht mit Facebook verbundendummy_facebook
http://www.jungewelt.de/2013/04-13/042.php
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Teil 1 einer BER - Posse

Es war leicht vorhersehbar.
die Klage der Flughafengesellschaft gegen Gerkan ( PG BBI ) ruht vorerst. Der Termin im Mai, zur Prüfung der Klage,
wurde aufgehoben.
Damit ist im 1. Teil der BER-Posse um Gerkan der Weg frei für weitere Gespräche zwischen dem Architektenbüro und
Mehdorn.
Sollten die Beiden sich einig werden, wird die Nachricht über den Ticker gehen, das die Klage vollends zurückgezogen wurde. Auch das ist vorhersehbar.
Sollten die Gespräche nicht erfolgreich sein, kann man die Klage auch wieder aus dem "Ruhestand" beleben - ob diese Peinlichkeit dann wirklich passiert sei dahingestellt.

Da ist ja noch das Buch von Gerkan. Ob es erscheint oder nicht, wer weiß. Ob es vor allem VOR der Wahl im Herbst erscheint ist wohl eher die Frage. Die SPD dürfte nur sehr geringes Interesse daran haben, lesen zu müssen wie unfähig die der SPD zugehörigen Verantwortlichen um den BER agierten und für wieviele Hundertmillionen allein die Fehlentscheidungen der beiden SPD Granden Wowereit und Platzeck höchstpersönlich verantwortlich sind.
Allein die völlig irrige Ansicht es ohne ein Planungsbüro besser hinzubekommen, zeigt wie groß das Brett vor dem Kopf ist, mal abgesehen davon, dass dieser Größenwahn einen dreistelligen Millionenbetrag verschlungen hat.

Das macht sich schlecht in Wahlkampfzeiten, wenn das SPD Personal derart der Unfähigkeit vorgeführt wird. Also wird man wohl eher die Variante "Zahle dem Gerkan was er will und sorge dafür, dass dieses Buch erst nach der Wahl erscheint" wählen.
Diesen Auftrag hat Mehdorn mit als treuer Schröderfreund mit Sicherheit ebenfalls bekommen.

Wir sind alle auf Teil 2 der Posse gespannt.

Die Präsentationen der Traumtänzer

Aus dem Jahr 2010 - wir wollen Ihnen diese Präsentations-Prachtstücke nicht vorenthalten.
Wohlgemerkt, zu diesem Zeitpunkt, war Eingeweihten längst klar, das nichts von dem was in den Präsentationen mit großen Worten und Zahlen beworben wird auch nur annähernd realisiert werden kann.
Lehnen Sie sich zurück, schauen Sie sich das an - Unterhaltung pur, das kann ich versprechen. Holen Sie sich eine Tüte Popcorn.

Für Eine zeichnet Kunkel - Leiter der BER Pressestelle verantwortlich.
Für die Andere - und die ist besonders stümperhaft - zeichnet Dr. Norbert Minhorst verantwortlich ( Bereichsleiter "Non Aviation Management ) Da wird klar , das in Wirklichkeit ein Einkaufszentrum mit Flugpistenanschluss geplant wurde- keinesfalls ein richtiger Flughafen.

2010-05-18_Kunkel_BBICampus_final

Praesi_Minhorst Mehr…lesen

Dank an FBI

Durch eine technische Panne konnten wir die Seite in den letzten 3 Tagen nicht wie gewohnt bestücken.
Wir danken der FBI für die Veröffentlichung unseres letzten Kommentars auf ihren Seiten.

Redaktion "Neue Aktion"




So still

Es ist um Wowereit und Platzek merkwürdig still geworden, was Äußerungen zum BER angeht. Wahrscheinlich lecken sie sich die Wunden, die Mehdorn ihnen mit seinen verbalen Vorstößen zugefügt hat.
Sie sind es nicht gewohnt das jemand so mit ihnen umgeht. Mehdorn beißt die Hand die ihn füttert, das ist für den AR eine neue Erfahrung. Bisher konnten sie sich darauf verlassen, dass die FBB in der Spur ist und nicht eigenmächtig politische "No Go´s" in Frage stellt.

Mehdorn macht das vom ersten Tag an und führt den AR als das vor was er ist. Eine ahnungslose Truppe von Nickdackeln die immer brav der Politik gefolgt sind, ohne auch nur ansatzweise eigene Gedanken in den Ring zu werfen.

Mehdorn weiß um seine starke Position, denn er ist zumindest z.Z. unantastbar. Er weiß genau das der AR ihn nicht feuern kann, weil er eben nicht spurt, der AR könnte dann geschlossen seinen Hut nehmen. Mehdorn weiß, das nach ihm nur noch ein schwarzes Loch kommt.
Gleichzeitig wird damit aber klar, wie unfähig dieser AR ist. Mehdorn nutzt diese Unfähigkeit aus. Auch von seinem Technikchef Amann droht keine Gefahr. Hier wurde die letzten Monate schon sichtbar, was wir als "Neue Aktion" schon beim Antritt von Amann gesagt haben - Amann kann es nicht, es ist nicht seine Baustelle. Er hat vom Flughafenbau keine Ahnung. Es ist eben ein Unterschied ob Gleise von A nach B verlegt werden, oder eine hochkomplexe, bereits an die Wand gefahrene Baustelle wieder in Funktion zu bringen.

Es gehört nicht viel Fantasie dazu, zu erkennen, dass das bisherige Single-Airport Konzept tot ist. Mehdorn arbeitet bereits fleißig an dem endgültigen Begräbnis. Das ist von der Sache auch völlig richtig, nur sollte der konsequente Schritt folgen, die Auslagerung der Billigflieger nicht in Tegel zu belassen, sondern in Neuhardenberg anzusiedeln, bei gleichzeitiger Neuplanung eines Zentralflughafens z.B. in Sperenberg.

Das wäre der einzig richtige Schritt - für die gesamte Region, für die Zukunft des Airports und vor allem für die Gesundheit Hunderttausender.

Die Matrix dazu existiert - hier. Mehr…lesen